Im Februar hat der Karneval seine Hauptzeit. Die meisten Faschingsbälle finden im kürzesten Monat des Jahres statt. Jedes Dorfwirtshaus macht seinen eigenen Ball. Da darf der Frauenbund nicht fehlen. Die närrischen Weiber verkleiden sich als Hexen, Schlümpfe, Bienen, Hippies und so weiter. Um ein tolles Kostüm sollte man sich frühzeitig bemühen, denn in der Kürze der Zeit ist meistens nichts zu organisieren.
Bei größeren Gruppen an Frauen ist es meist der Fall, dass bereits im Jahr vorher über das Thema des nächsten Jahres diskutiert wird. Lange Vorbereitungen folgen, denn es wird nicht jedes Jahr das Gleiche angezogen; da muss etwas Neues, noch Witzigeres oder Schöneres her. Märchen bieten oft eine Idee für Gruppen. So trifft man manchmal Schneewittchen mit ihren sieben Zwergen auf einem Faschingsball an. Der Wolf und die sieben Geißlein ist als Kostüm sehr warm. Dieses eignet sich eher für den Faschingszug, der ja immer durch die verschneiten Straßen führt.
Bei der Qual der Wahl findet sich immer ein Thema für den nächsten Ball, sofern es nicht vom Veranstalter als Motto vorgegeben wird. Fertige Kostüme sind in diversen Faschingskatalogen relativ schnell bestellt, aber besonders kreative oder ausgefallene Kostüme müssen meist selbst hergestellt werden. Da wird dann fleißig genäht und geklebt. Beispielsweise könnte man in der Gruppe als Schotte gehen und dafür einen Schottenrock für jeden Teilnehmer nähen. Zwischendurch treffen sich alle, um zu probieren oder neue Ideen mit einzubringen. Billig ist dies freilich nicht, aber einmal im Jahr möchte man halt doch in eine andere Rolle schlüpfen. Dann muss aber auch alles passen; keiner lässt sich lumpen.
Von Kopf bis Fuß muss es aussehen, als ob wirklich ein Schotte durch die Tür kommt. Nur so hat man auch eine Chance, bei der Maskenprämierung einen der vorderen Plätze zu ergattern. Maskenprämierung muss nicht sein? Das sehen manche Frauenverbindungen etwas anders. Oftmals ist es so, dass es den Titel zu verteidigen gilt. Und wer lässt sich den schon so einfach abnehmen? Von den Frauen, die ihn haben, keine so leicht, das steht schon einmal fest. Schließlich sollte die Arbeit eines ganzen Jahres auch gewürdigt werden.
Letztendlich soll aber der Spaß im Vordergrund stehen. Bei den vielen Faschingshits wird getanzt und gelacht. Getrunken wird natürlich auch. Der eine trinkt mehr, der andere weniger. Hier ein Schnäpschen in der Bar, dort eines am Tisch, bei Freunden. Bis man schaut, sind die Stunden des unsinnigen Donnerstages wieder vorbei und die närrischen Weiber warten wieder ein ganzes Jahr; bis zu dem Tag, der ihnen gehört. Männer sind nämlich auf einem sogenannten Weiberball nicht erlaubt oder erwünscht.
